Dienstag, 31. Mai 2011

Daten zu den Tagen 13-18

Tag 13 nach Annecy
152,80 km
5:39:33 h
Schnitt 27,0
1089 Höhenmeter

Tag 14 nach Yverdon-les-Bains
134,58 km
5:22:11 h
Schnitt 25,0
1108 Höhenmeter

Tag 15 nach Delemont (Delsberg)
118,61 km
4:45:05 h
Schnitt 24,9
723 Höhenmeter

Tag 16 nach Kenzingen
145,07 km
5:20:43 h
Schnitt 27,1
257 Höhenmeter

Tag 17 nach Pforzheim
139,06 km
5:29:06 h
Schnitt 25,3
589 Höhenmeter

Tag 18 Ruhetag in Pforzheim
0 km
0 h
0 Höhenmeter

2.000 km sind also geschafft, steht noch das letzte Fünftel an.

Montag, 30. Mai 2011

Pforzheim erreicht

Der Tag führte uns lange Zeit entlang der B3 auf den schlechten Radwegen immer Richtung Norden. Aus Süden schob ein leichter Wind, der so allerdings keine Erfrischung bei den bis zu 37 Grad bot, aber von hinten ist es doch am schönsten! ;)

In Sinzheim hat mir eine Fahrradwerkstatt mal wieder die Hinterradfelge glattgespeicht, dann ging's volle Zündung weiter nach Ettlingen. Ab da dann Katastrophe, denn die Straßen waren immer mal wieder für Radfahrer verboten, die Radwege führten ins Nichts, gerne auch mal ins Garnichts; und wenn wir doch mal ne Straße erwischten, dann war die in einem grauenhaften Zustand, als ob hier noch nie was vom Soli angekommen wäre.

Naja, den letzten hügeligen Abschnitt (30-40 km) haben wir auch noch locker hingekriegt, denn die letzten beiden Tage hatten wir wirklich ein leichtes Profil.

Am Ortseingang Pforzheim hat uns dann Sven mit Salami empfangen und die letzten Meter in den Ort geleitet.

Knapp 140 km also heute. Damit haben wir um ein Haar die 2000er-Marke erreicht.

Die Sachen drehen jetzt schon mal ne Ehrenrunde in der Waschmaschine, in der Küche werden uns Maultaschen zubereitet und nachher kommen noch Stella und Markus, um mit uns ne Runde zu pokern. 

Stella (r.) und Markus

Für morgen planen wir einen Besuch im Spaßbad. Hier soll es ja gewittern und so ... na hoffentlich ist das am Mittwoch wieder gut, denn bei Regen ist die Motivation schon etwas im Keller.

Appenweier

Sven, wir machen grad erste Pause in Appenweier. Noch 83 km. Ankunft also weiterhin gegen 16 Uhr erwartet, vielleicht auch 16:30 Uhr.

Kenzingen

Gestern sind wir zügig aus den Alpen und der Schweiz heraus gefahren. Auf den ersten 20 km gerieten wir in ein Einzelzeitfahren, das heißt, dort waren alle 30 Sekunden irgendwelche Halbprofis mit Zeitfahrmaschinen zu bestaunen.

Durch Basel haben wir uns dann ganz gut durchgewuselt und dann war sie endlich da, die deutsche Grenze. Wir wurden auch endlich gleich mal angehupt, aber nicht mehr als Warnung (Achtung, ich muss euch leider überholen!), sondern als Vorwurf (Was macht ihr auf meiner Straße!?). Herrlich, da fühlt man sich wieder zu Hause.

Den Radweg am Rhein haben wir nicht so richtig gefunden, auch die anderen Straßen waren immer mal wieder halbe Feldwege. Dafür gabs ab und an mal Radwege an größeren Straßen. Dann sind wir nach 90 km aber doch einmal mit Gewalt an den Rhein, einfach mal diesen hochgepriesenen Radweg dort angucken. Zur allgemeinen Begeisterung war der aber nicht mal asphaltiert ...

Der Rest fuhr sich dann ganz prima, insgesamt ein heißer, aber recht flacher Tag. So haben wir die ca. 145 km bis Kenzingen auch ganz flüssig runtergespult. Dort haben wir dann ein "Sporthotel" gefunden und gedacht, da gehören wir einfach rein.

Heute nochmal 130 km bis Pforzheim. Falls einige Leser das nicht wissen, mein Bruder wohnt dort und wird uns 2 Nächte aufnehmen. Sven, nach ersten Schätzungen sind wir etwa 16 Uhr am Ortseingang. Bis dann.

Kai

Frühstück im Sporthotel Kenzingen

Sonntag, 29. Mai 2011

Bergankünfte

Wie versprochen wollen wir noch unsere gegenseitig gefilmten Bergankünfte nachreichen. Okay, sie sind vielleicht etwas unspektakulär, aber wer, außer diesen Helden, die immer im Fernsehen Rad fahren, hat sowas schon?

Marcus erreicht das Ziel in Alpe d'Huez

Kai erklimmt die letzte Rampe am Mont Ventoux

WLAN-Router gleich neben unserem Zimmer :)

Samstag, 28. Mai 2011

Yverdon-les-Bains bis Delémont - zügig durch die Schweiz

Heute war unser einziger kompletter Tag in der Schweiz.
Die Nacht davor in Yverdon haben wir in einem Hotel verbracht, was uns schon etwas Heimatnähe spüren ließ. Unser Zimmer konnten wir in deutscher Sprache buchen und es gab eine ganze Reihe an deutschen TV-Sendern. Trotz des netten Ambiente und des umfangreichen Frühstücks gab es nach oben noch Luft. WiFi ging nämlich nur in der Lobby. Dünne.
Ordentlich gestärkt machten wir uns 9:15 Uhr auf den Weg in Richtung Basel. Ziel war der Ort Delémont.
Die Route führte an zwei Seen entlang, über einen Berg und sollte mit ca. 115km verhältnismäßig kurz ausfallen. Das alles natürlich auf die Anfahrt zum Colle delle Finestre beim Giro zugeschnitten, die gegen 15 Uhr beginnen sollte.
Nach ca. 45km Fahrt kamen wir auf Neuchâtel zu und wurden durch diverse Straßenschilder auf eine Art Umgehungsstraße geschickt. Die war aber sehr stark befahren und zog auch etwas in den Berg rein. Also sind wir weiter geradeaus in den Ort gefahren, obwohl dort ein Sackgassenschild stand. Sowas hält doch keinen Radfahrer auf, weiter. Dann kam ein Schild "Radfahrer verboten". Naja, wir haben uns kurz angeschaut und sind weitergefahren. Dann ging es auf eine frisch gebaute Brücke über die Autobahn, die auf einem Privatgelände endetet. Am Tor (geöffnet) zum Gelände war die Einfahrt komplett für alles und jeden verboten. Wir sind trotzdem reingefahren, da weit und breit niemand zu sehen war. Das Grundstück war komplett eingezäunt und wir endgültig in der angekündigten Sackgasse.
Dann entdeckte Kai auf der anderen Seite des Zaunes einen Radweg und wir begannen Taschen, Räder und uns selbst drüber zu hieven. Schwein gehabt.
Nach einer kurzen Frühstückspause ging es weiter nach Biel-Bienne. Trotz ungünstigem Wind rollten wir flüssig in den Ort. Jetzt begann auch die Anfahrt zum einzigen Berg auf unserer Route, den Col de Pierre Pertuis. Der Hügel ist läppige 827 Meter hoch und damit nichts, was Tourmalet-, Ventoux- und Alpe d'Huez-Finisher vor ernsthafte Schwierigkeiten stellt.
Vom "Gipfel" aus waren es auch nur noch 25km aus dem Tal raus in den Zielort. Diese letzte Etappe des Tages war nochmal eine kleine Belohnung. Gute Straßen, schöne Abfahrten durch schmale Täler, auf dem Tacho vorne stets eine 3 und im Handumdrehen erreichten wir Delémont.
Wir haben uns für das Hotel City entschieden, was von Asiaten geführt wird. Ein entsprechendes Asiarestaurant ist ebenfalls drin. Na ich bin mal auf das Flühstück gespannt. Eurosport, Sat 1 und exzellentes WiFi entschädigen für die fehlende Wanne.
Leider sind die Supermarktöffnungszeiten miserabel auf den Giro d'Italia abgestimmt. 17 Uhr Etappe zu Ende, 17 Uhr Supermarkt zu. Ich habe den Kai vor den Fernseher gesetzt und bin für uns Abendbrot holen gegangen. Was tut man nicht alles fürs Team. ;-)
Nun relaxen wir noch etwas und erwarten das CL-Finale. Kai sagt Barca gewinnt, ich halte mit ManU dagegen. Na mal sehen, wie die Herden sich anstellen.

Morgen rollen wir nach Deutschland rein und übermorgen zum Sven nach Pforzheim (Ruhetag).

Wir sind bald daheim.

Freitag, 27. Mai 2011

Yverdon

Am Freitag soll man sich ja nicht zu viel vornehmen, der Verkehr ist an diesem Tag am stärksten und der Stress durch viel Verkehr nicht zu unterschätzen.

Wir haben uns also auf den Weg in die Schweiz gemacht, aber schon der Weg raus aus Annecy war kompliziert und beschwerlich, vom schlechten Wetter mal zu schweigen. Dann ging es draußen erstmal ordentlich hoch und wir konnten uns bei 12-13 Grad immer mal über Niesel freuen.

Zur Belohnung gibt's aber ne rasante Abfahrt zur Grenze und nach 1500 km hatten wir also schon das zweite Land hinter uns gelassen. Als besonderes Schmankerl durften wir nun durch ganz Genf durch, was auch kein Vergnügen ist, wie man sich denken kann, die Stadt zählt immerhin 200.000 Einwohner.

Nun dachten wir natürlich, am See geht's bis Lausanne mal so richtig flach, aber das blieb ein Wunsch. Das ist schon ordentlich wellig da und war trotz Rückenwind (ab und zu) ganz schön anstrengend. Hier zeigte sich für eine Stunde dann auch mal die Sonne. :) Ansonsten aber gilt: Im Sommer scheint Sonne, im Winter da schneit's, und im Mai hat's erbauliche 17 Grad - in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.

Vor Lausanne kannten wir zum Glück ne Abkürzung und wählten den Weg zum nächsten See, dem Lac de Neuchatel. Die Stadt selbst war uns aber ein bisschen zu weit weg, sodass wir nach den Hügeln zwischen den beiden Seen in Yverdon nur noch die Hotelsuche einleiteten und es nach 135 km gut sein ließen.

Morgen planen wir eine zügige Route nach Delemont (der Finestre steht an und will im TV verfolgt werden), dann in 2 Tagen am alten Vater Rhein entlang nach Pforzheim. Klingt alles machbar inzwischen.

Regen über Annecy

Na das kann ja ne tolle Fahrt werden. :)

Donnerstag, 26. Mai 2011

Olympia in Annecy?

Wir haben uns ja schon seit Peyrehorade gewundert, wie ein Land sich für die Olympischen Winterspiele bewerben kann, aber gleichzeitig darauf verzichtet, das Finale der Eishockey-WM im Fernsehen zu übertragen.

Dass die hier aber mit einem Eishockeyspieler auf ihren 2018-Plakaten werben, setzt dem Ganzen doch die Krone auf!

Annecy

Aufgrund der Länge der fünf anstehenden Tage hatten wir uns ausgemacht, auch mal ne Schippe draufzupacken, wenn sich die Gelegenheit bietet. Heute war es gleich soweit.

Die ersten 10 km gingen flach raus aus Le Bourg, aber mit Rückenwind. Dann folgten noch 15 km Abfahrt nach Vizille, vom Feinsten! Dort unten hatten wir 34,9 km/h als Schnitt.

Es wurde dann aber doch noch ein hügeliger Tag, und sehr heiß natürlich. Der Wind stand immer halbwegs günstig, die Strecke wurde aber zunehmend schwieriger.

In Aix-les-Bains gab es dann keine Überlegung mehr, wir verlängerten um 32 km nach Annecy. 152 km mit 27er Schnitt geben aber nicht annähernd wider, dass das auch heute natürlich wieder ein schwerer Tag war, wenngleich uns viele wunderbare Abfahrten durch fantastische Bergpanoramen geboten wurden. So macht Radfahren Spaß.

Eine Stunde nach unserer Ankunft setzte dann leichter Regen ein. Wenn wir Glück haben, können wir aber morgen trotzdem nochmal einen trockenen Tag bekommen.

Dank SAT1 im Hotel gucken wir jetzt übrigens The Da Vinci Code und wir haben auch noch voll den Überblick. ;)

Wenn alles gut läuft, fahren wir morgen und am Samstag komplett durch die Schweiz, etwa nach Basel.

Kai

Zwischenstopp in Chambery

100 km sind heute schon geschafft, deshalb wollen wir die geplante Tour bis nach Annecy verlängern. Man muss halt auch mal flexibel sein.

Die verbleibenden 50-60 km kriegen wir schon noch runtergespult. Ist zwar wieder sehr heiß heute, dafür haben wir bislang Wind und Profil auf unserer Seite. Wie schlimm kann es da schon noch kommen?

Kai

Mittwoch, 25. Mai 2011

Bergwertung

Wie schon die Wikipedia weiß, gibt es für Berge der 2. Kategorie 10 Punkte für den Sieger und 9 für den Zweiten. Bei Bergen der 1. Kategorie gibt es 15 und 13 und bei Bergen der Hors Categorie (Ehrenkategorie) werden 20 und 18 Punkte verteilt.

Alles drunter (3. und 4. Kategorie) interessiert uns jetzt mal nicht.

Hier eine Auflistung der bisherigen Berge:
- HC Col du Tourmalet Marcus 20 Punkte, Kai 18
- 1. Col d'Aspin Kai 15, Marcus 13
- HC Mont Ventoux M20, K18
- 2. Col de Macuegne K10, M9
- 2. Col nach Rembaud K10, M9
- 2. Col Bayard K10, M9
- 2. Col de Parquetout K10, M9
- 2. Col d'Ornon M10, K9
- HC Alpe d'Huez K20, M18

Marcus hat also 117 Punkte gesammelt, ich 120.

Und das, obwohl Marcus so viel stärker ist. Er verweist immer auf sein Knie und sagt, er wünschte, er hätte zwei linke Beine ;)

Kai

Daten zu den Tagen 6-12

Tag 6 nach Narbonne
131,72 km 
5:47:10 h
Schnitt 22,7
616 Höhenmeter
Tag 7 nach Montpellier
104,07 km
3:55:53 h
Schnitt 26,4
597 Höhenmeter

Tag 8 in Montpellier
0 km
0 h
0 Höhenmeter

Tag 9 nach Carpentras
150,49 km
6:05:00 h
Schnitt 24,7
427 Höhenmeter

Tag 10 nach Laragne-Monteglin
135,96 km 
6:38:52 h
Schnitt 20,4
2515 Höhenmeter

Tag 11 nach Le Bourg d'Oisans
151,34 km
8:00:23 h
Schnitt 18,9
2856 Höhenmeter

Tag 12 Alpe d'Huez
33,02 km
2:02:41 h
Schnitt 16,1
1125 Höhenmeter

Die erste Hälfte hat also 1300 km gebracht, 60 Stunden gedauert und uns knapp 15 km hoch und runter geschickt. 

Ruhetag

Nach dieser epischen Etappe gestern hatten wir uns für den Ruhetag also vorgenommen, einfach nur Alpe d'Huez zu fahren, ohne Taschen natürlich. Die Strapazen der letzten beiden (oder drei) Tage steckten aber noch in den müden Knochen.

Nach dem spärlichen Frühstück im Hotel Le Terminus machten wir uns auf den Weg und hatten endlich auch mal keine Schwierigkeiten, die richtige Strecke zu finden. Nach 2 km Einrollen ging's los, 14,4 km Alpe d'Huez.

Das Profil ist ja sicherlich jedem bekannt, dennoch will ich es hier noch einmal abbilden.

Profil Alpe d'Huez


Wie man sieht, geht das am Anfang gleich mit ner richtig steilen Kante los. Marcus ist mir da auch gleich um die Ohren gefahren. Nach etwa 2-3 km dann Stau, Baustelle mit Ampel. Ich hatte Glück und konnte dort an 7 wartenden Autos vorbei und zu 10 Radfahrern aufschließen und grad als ich ankam, bekamen wir grün und ich konnte gleich durchziehen. Die Hälfte zog an mir vorbei, ein paar blieben aber auch hinter mir. Zu meiner Überraschung war ich aber nicht die lahmste Ente im Teich.

Im Gegenteil, ich konnte sogar den einen oder anderen wieder zurückholen und kurbelte ganz flüssige 12 km/h bei 7 % Steigung.

An jeder der 21 Kehren stehen Sieger von Alpe d'Huez, u.a. Lance Armstrong


Als ich dann gesehen habe, dass auch Marcus nicht so richtig wegkommt, hab ich angefangen, meinen Abstand zu ihm zu stoppen. Das wurde immer weniger und motivierte mich selbstredend, immer noch ne kleine Schippe draufzupacken.

Als ich ihn nach 6 km erreichte, hat er mich gleich durchgewunken, da war also nix mit Durchschnaufen.

Danach war dann erstmal Zeit für einen kleinen Gruß vom Anstieg nach Alpe d'Huez.

Es waren wirklich viele Autos unterwegs, unter anderem auch Lkws, die die Baustellen bedienten.

Oben raus gehts zwar nicht mehr so steil, aber die Länge macht sich dann doch bemerkbar und ich fuhr mit 10 km/h bis in den Ort Alpe d'Huez, dann sind es aber noch 2 km bis zum TDF-Etappenziel und die sind eher gemächlich. Also kommst du oben nicht total im Eimer an und hässlich ist es noch dazu. Außerdem ist der Zielpunkt völlig wirkürlich, die Ankunft für mich also eine Enttäuschung.

Immerhin habe ich mich in der ewigen Bestenliste nun auch eintragen können. Meine 75 Minuten reichen aber wahrscheinlich nur für Platz 326.402.

Auf der Abfahrt war noch Zeit für Fotos. 


Blick auf Le Bourg d'Oisans


Zurück im Hotel war dann erstmal großer Waschtag, erst wir dann die Radsachen. Vielleicht riechen wir dann mal einen Tag lang wie ein Blumenbeet in der Toskana ... (und nicht wie ein Handschuh, an den man 50 Stunden lang Schweiß abgewischt hat.)

In Le Bourg haben wir dann noch Lasage mit marokkanischen Gewürzen genossen, dann noch ein paar Vorräte für den Abend eingekauft.

Marcus hat sich zielsicher den Kinderplatz ausgesucht

Königsetappe

Ein wahrhaft monströser Tag auf dem Rad liegt hinter uns.

Der Tag nach dem Ventoux sollte eigentlich nicht besonders schwer werden, aber man kann sich seine Strecke manchmal nicht aussuchen und so sollte uns gestern der schwerste Abschnitt überhaupt erwarten.

Relativ zeitig deckten wir uns im laragnischen Supermarkt Casino mit Vorräten ein und nahmen die windige Straße Richtung Gap. Kurz vorher bogen wir nach Tallard ab und stiefelten in die Hügel östlich von Gap rein. Wir suchten dort den Ort, wo Marcus' Opa 1947/48 "Freiheitsarbeit" geleistet hat, ein Dienst, der notwendig war, um die Kriegsgefangenschaft beenden zu können. Es zeigte sich sofort am Berg, dass Marcus' Kniesehnenschmerzen ihn stark behinderten, ich fuhr aber mein Tempo und so war nun mal ich derjenige, der oben auf den Bergen etwas warten konnte. Dort kamen schon mal 500 Höhenmeter zusammen und wir blickten auf die Ortschaft Rembaud. Etwas oberhalb suchten wir dann nach dem konkreten Bauernhof, neben dem eine kleine Kapelle stehen sollte. 


Nach einigen Wirren fanden wir das gute Stück, leider war aber niemand daheim, sodass wir mal nach Monsieur Bertram fragen konnten. Trotzdem werden die Fotos bei Marcus' Opa natürlich viele Erinnerungen wach rufen.

Danach ging es eine schöne Abfahrt runter nach Gap und gleich rechts weg zum Col Bayard. 


Das war schon mal ne ziemlich zähe Kante, aber ich kam noch einigermaßen hoch zum Rastplatz (im Schatten!). Als Marcus eintrudelte, verwies er besorgt auf den Mantel seines Hinterrades. Ein Wunder, dass darin ein Schlauch noch Luft halten konnte, so zerschossen war das Ding. 


Die Alternativen waren:
1. Augen zu und durch.
2. Zurück nach Gap, Werkstatt und Tag beenden.
3. In den nächsten Ort rollern und dort auf ein Wunder hoffen.
Wir entschieden uns für die dritte Variante und bekamen das erhoffte Wunder in St-Bonnet-en-Champsaur, einem Nest mit 1500 Einwohnern. Einer von ihnen ist Monsieur Aroux und hatte eine Schwalbe und viel Verständnis für uns übrig. Aber auch das hat natürlich Zeit und Nerven gekostet. Die erhofft flache Anfahrt nach Corps erwies sich dann übrigens als Kletterpartie. Schilder, auf denen 12 % Steigung für die nächsten 3 km angegeben sind, liest man auf einer Nationalstraße doch immer wieder gern.

In Corps also nochmal kurz aufgetankt ... 


... und rein ging es in den Col de Parquetout. 


Ich hatte eigentlich erwartet, dass wir nur den Col de l'Holme fahren müssen, aber die Straße führte uns unerbittlich über den Parquetout und der hatte oben immer mal wieder Rampen mit 14 % in petto. Am Gipfel steht ein Schild mit Höhenangabe, aber selbst danach kamen nochmal 400 Meter Anstieg mit 10-14 %. Du denkst, die Welt hat sich gegen dich verschworen. Aber freu dich nicht zu früh, es kann noch eine grauenhafte Abfahrt geben. Und die gab es. Extrem wellige und schlechte Straße, dafür enorm abschüssig und eng natürlich. Die ganze Zeit auf der Bremse, das nervt. Doch auch diese Abfahrt fand ein Ende, leider kein gutes.

Denn Marcus meldete erneut einen weichen Reifen vorn. Also gepumpt und mit Mühe nach Entraigues rein. Dort haben wir uns am Dorfbrunnen (Eau potable) gelabt und gepumpt und uns Mut zugesprochen. Fehlte ja nur noch der Col d'Ornon.


Wie man am Profil sieht, geht es halbwegs flach bis Le Perier. Auch dort haben wir nochmal gepumpt. Es war schon so spät ... Nach den 4 weiteren Kilometern nach Chalp war dann aber doch noch ein Schlauchwechsel nötig. Du hast dann aber schon keine Kraft mehr, um dich wirklich darüber aufzuregen.

Marcus schöpfte neue Kraft und konnte die letzten 5 km recht zügig hochtreten (11 km/h), ich war froh, dass ich das Hinterrad halten konnte. Ansonsten war ich nämlich total im Eimer. Es wurde auch langsam kalt, die Sonne war schon hinter den Bergen verschwunden und es ging auf 16 Grad runter. Somit konnte ich dann auch nicht die Abfahrt zu unserem Zielort genießen, obwohl die eine glatte 1 verdient hatte: tolle Straße, tolle Landschaft.

In Le Bourg bekamen wir im zweiten Hotel dann ein Zimmer (es war schon halb 9) und waren zufrieden.

Der Tag hat bei 151 km Strecke 8:00:23 h netto gedauert, für Marcus sogar noch 12 Minuten mehr. Wir waren über 11 Stunden unterwegs und sind 2856 Meter geklettert.

Das ist wahrlich die Königsetappe, sie wird nicht zu überbieten sein.

Bonjour Le Bourg d'Oisans

Dienstag, 24. Mai 2011

Bilder vom Mont Ventoux

Kai und ich auf dem Mont Ventoux




Aussicht vom Ventoux




Auf dem Gipfel konnte man auch gleich Power-Riegel nachkaufen

Ventoux geschafft, Alpen erreicht

Meine Hinterradfelge wies nach 900 km nun schon eine beträchtliche Acht auf, wir entschieden uns, das beheben zu lassen. Am Morgen haben wir in Carpentras eine Radwerkstatt ausfindig gemacht und 7 Euro investiert, die sich wirklich gelohnt haben. Der Mechaniker hat die Felge vom Feinsten zentriert.

Nächstes Problem, Versorgung. Da uns nach dem Ventoux keine größeren Ortschaften mehr erwarteten, haben wir nochmal stattlich eingekauft, unter anderem 11 Liter Wasser. Der Weg nach Malaucene war dann schon ganz schön beschwerlich. Kurze Pause vorm Ventoux und dann rein ins Vergnügen.

An diesem Berg waren Hunderte unterwegs und jeder Zweite mit dem Rad. Trotzdem, das ist schon was Besonderes. Taschen hatten sonst nur Motorräder dabei.

Der Berg ist so elend lang, was will man da alles berichten? Er ist jedenfalls schwerer als der Tourmalet. Mein kleiner Videobericht gibt gern Auskunft. 

Oben raus ist das Ding nochmal richtig fies, aber wie ihr auf dem Video von Marcus sehen könnt (Video wird später nachgereicht), hatte ich mich zum Schluss etwas gefangen.

Die Abfahrt nach Sault war leider einem HC-Berg unwürdig. Schlimme Straße, hat keinen Spaß gemacht. In Sault dann ein Lichtblick: eau potable. Wir konnten alle unsere Flaschen auffüllen und hatten mit nun über 8 Litern Wasser schon mal eine Sorge weniger.

Was nun an Strecke folgte, kann ich ohne Einschränkung empfehlen! Zunächst gab es 6 flache Kilometer nach Aurel, dann eine ebenso lange Abfahrt nach Montbruns. Dort beginnt dann der ca. 10 km lange Anstieg zum Col de Macuegne, aber das sind nur etwa 450-500 Höhenmeter. Marcus fühlte sich wegen der Hitze (34 Grad dort) nicht mehr besonders und so gab ich am Berg das Tempo vor und wir fuhren gemeinsam.

Anschließend 6 km Abfahrt nach Sederon, da haben wir uns dann erstmal wieder verpflegt. Seit Sault hatten wir tolle Straßen genießen können und zum Glück hörte das nicht auf. Die nun folgenden 40 km konnten wir förmlich runterfliegen. Endlich hatten wir mal Glück und genossen leichten Rückenwind. Dazu fiel die Straße, die immerzu an einem kleinen Flüsschen entlangführte, leicht ab. Tolle Landschaft gibt es in den Alpen sowieso und so war dieses Stück eine kleine Belohnung für viele Leiden.

In Laragne hatte ich uns vor 2 Tagen ein Zimmer gebucht, der Ort ist nicht so groß, dass man sich drauf verlassen könnte. Gegen 18 Uhr waren wir im Ort und konnten sogar noch einen geöffneten Supermarkt erobern. Das Hotel ist soweit in Ordnung, bietet aber kein Internet. Na gut, geht auch mal ohne. Dafür lauschen wir nun andächtig dem Gewitter, das im Osten irgendwo in den Bergen festhängt.

Morgen erwarten uns nochmal schwere 150 km, da gilt es nun Kraft zu tanken. Wird schon werden!

(Geschrieben am 23.5. abends in Laragne-Monteglin ... von Kai)

Sonntag, 22. Mai 2011

Mont Ventoux

Durch Hitze nach Carpentras

Der Tag war geprägt durch hohe Temperaturen und flaches Gelände, immer wieder auch mit packendem Gegenwind.
Beim Start waren es schon 27 Grad. Zwischen 11 und 17 Uhr sind wir dann permanent bei 32-36 Grad gefahren, zum Glück war es zur Rhone hin wirklich flach und auch nicht so windig.

Wer wissen möchte, warum wir so viele Kilometer mehr als geplant gemacht haben, der soll doch mal auf der Karte nachsehen. Es gibt wegen der hohen Dichte an großen Städten ziemlich viele sehr stark befahrene Straßen (dann immer auch gleich vierspurig), die wollten wir etwas umgehen. Außerdem hat uns der Großstadtstress in MoPe schon gereicht, da wollten wir nicht durch Nimes und Avignon auch noch durch.

So summierten sich am Ende 150 km, die letzten dann mehr und mehr im Nordwind. Ich bin nun völlig durch, meine Beine tun weh und können nichts mehr leisten, Marcus fühlt sich aber recht locker. Das kann noch heiter werden die nächsten 2 Tage. Dabei hatte ich mich 90 km heute sehr gut gefühlt, flüssige Gänge getreten ... Na ja, was zählt, ist morgen.

Der Mont Ventoux zeigt sich uns von Carpentras aus bereits in seiner ganzen Pracht (Profil siehe nächster Post). Danach folgen dann aber nochmal 60 schwere Kilometer mit mindestens einem 500-Meter-Anstieg. Ich hab noch keine Ahnung, wie ich diesen Hammertag überstehen soll, aber wenn es gelingt, folgt ja am Dienstag die nächste Hürde mit über 2000 Höhenmetern.

Puh, das kann noch deftig werden. Nun stehen die wohl schwersten Tage bevor. Wie gesagt, Marcus nimmt's sportlich, aber ich muss mir etwas Mut zusprechen.

Kai

PS: Morgen Abend sind wir wahrscheinlich in einem kleinen Ort (Laragne-Monteglin), vielleicht können wir da nicht berichten.

Ernährungsberater Ronald McDonald hat uns heute nochmal zu sich geholt um uns optimal für den Mont Ventoux einzustellen

Sonntagströdelmarkt in St. Just - sowas versaut doch nur den Schnitt

Ruhe vorbei

Ja, die Schufterei soll nun weitergehen. Die Motivation ist aber verständlicherweise am Tiefpunkt angelangt.

Heute Abend wollen wir im Hotel Inter Forum in Carpentras unterkommen. Das kann nur ein gutes Omen sein!

Kai

Samstag, 21. Mai 2011

Zwischenfazit am Ruhetag

Bis Montpellier waren 780 km eingeplant, das haben wir doch relativ deutlich überschritten mit nun 839 km, also fast 10 mehr pro Tag. Wenn das so weiter geht, was zu erwarten ist, werden es am Ende doch eher 2550 km in Summe.

Die größten Sorgen bereiten uns im Moment die nächsten 3 Tage, und zwar der Dienstag am meisten, der Montag (Ventoux) schon auch und morgen noch am wenigsten.

Wenn alles klappt, können wir wohl am Mittwoch genug Kraft für die dann folgenden 5 Tage durch die Schweiz usw. sammeln - trotz Alpe d'Huez.

Schade ist, dass wir bisher nur einen Schnitt von 22,6 km/h vorweisen können, aber das ist vorrangig dem Wind geschuldet, der uns doch schon einige Tage behindert hat.

Bis hier her waren wir 37 Stunden (netto) auf dem Rad, am Ende werden es über 100 sein.

Morgen ein schwieriger Weg nach Carpentras, doch die erworbene Frische wird uns schon hinbringen. Aber wir müssen vorsichtig sein, denn am Ventoux und dann ganz besonders am bergigen und sehr langen Dienstag wird uns wohl alles abverlangt werden. Daumendrücken kann nicht schaden. ;)

Kai

Nebenbei haben wir den CPH (churches per hour) ganz locker auf 3 hochgeschraubt

Ruhetag in Montpellier

Freitag, 20. Mai 2011

Unglaublich aber wahr :-D

Narbonne - Montpellier

Wir hatten uns also vorgenommen, nach Montpellier zu eilen und die Bergankunft am Großglockner zu verfolgen. Die ausgeguckte Route auf GoogleMaps hat dann leider nicht ganz mit der Realität übereingestimmt, also war das hier doch nicht der kürzeste Tag. Am Ende standen 104 km auf dem Tacho, allerdings in weniger als 4 Stunden.
In Montagnac haben wir die Abkürzung (D5) nach Montpellier nicht gefunden, dafür haben wir dank des Umwegs über Meze dann auch mal das Mittelmeer gesehen. Ich konnte das alles aber nicht genießen, denn Marcus fuhr so schnell als wäre das unser erster Tag, also eigentlich immer über 30 Sachen. Demzufolge habe ich mich nicht oft vorn blicken lassen.

Einziger Höhepunkt der heutigen Fahrt (ohne nennenswerten Wind übrigens) war an einer ehemaligen Tankstelle, die wir für eine kurze Rast nutzten. Auf einmal kam über Lautsprecher eine Durchsage: Appelle aux deux cyclistes, blablablablablablabla. Tja, wir haben es nicht verstanden und es kam auch keiner, um uns in U-Haft zu nehmen. Zur U-Haft später noch mehr.

In MoPe angekommen suchten wir das Zentrum und dann ein paar ausgeguckte Hotels. Die ersten beiden hatten sehr schlechte Nachrichten. In der Stadt sei ein großer Kongress und alles ausgebucht. Im Ibis wurden wir dennoch fündig und das Ding macht einen tollen Eindruck.

Wanne, deutsches Fernsehen (na ja, nur SAT1), WLAN kostenlos, prima Aussicht, perfekte Lage. Jetzt aber der Grund, warum das Haus nur 3 Sterne hat und nicht 5: kein Eurosport, auch nicht auf Nachfrage.

Aber wir sind ja pfiffig und gucken, ob man mit dem Handy das Radrennen auch streamen kann und voila, man kann! Nach einer Stunde war aber Schicht im Wlan-Schacht. Im Kleingedruckten steht, dass man nur 200 MB zur Verfügung hat und Streamen verboten ist. So ein Mist!

Also haben wir uns unter diversen Ausreden einen neuen Code besorgt, aber nun mussten wir ja sparsam sein. Marcus hatte die Idee, in der City eine Sportsbar zu suchen. Leider haben wir nichts dergleichen gefunden. Auch im Mediamarkt (oder so) lief kein Eurosport und in den wenigen Kneipen mit TV lag überall kein Eurosport an. Also dachte ich, wir gehen zu McDonalds und nutzen dort das Internet, denn die haben in jeder Filiale ja WLAN anliegen. Und das hat geklappt. Kleine Bestellung, hoch gesetzt und wir konnten die letzten 9 km noch genießen und Contadors Attacke sehen. Genial! Und schöne neue Welt, was in unseren Zeiten nicht alles möglich ist.

Wir hatten aber ein schlechtes Gewissen, ob das überhaupt erlaubt sei, aber die U-Haft blieb uns noch einmal erspart. ;) Marcus hat dann noch ne Kneipe am Opernplatz aufgetan, wo wir uns morgen 15 Uhr eingeladen haben - natürlich hat er uns auch Eurosport versprochen. Ich hoffe, das klappt, denn Monte Crostis (14 km mit 10%) und Zoncolan (10 km mit 12 %) will ich schon gern sehen.

Marcus freut sich wie ein kleiner Junge auf dem Weg zum Jahrmarkt, denn wir haben einen Sender, der heute Abend noch Boston gegen Tampa bringt. Falls jemand nicht weiß, worum es sich handelt, es ist ein Eishockeyspiel der Conference Finals, also die Quali zum Stanleycup-Finale.

Wie ihr seht, ans Weiterfahren denken wir eher weniger. Sachen waschen müssen wir aber trotzdem noch, denn morgen kann das Zeug in Ruhe trocknen.

Kai

Abendessen ist fertig :)

Vom ibis-Hotel in Montpellier - Unser Ausblick die nächsten 2 Tage

Donnerstag, 19. Mai 2011

Wie geht's weiter?

Wir haben uns entschieden, morgen weiterzufahren. Wenn wir das Hotel bis 10 Uhr verlassen müssen, und dann hier ein neues suchen, aber bis 14 Uhr vielleicht rumhängen müssen, aber auf gepackten Taschen sitzen - das macht alles keinen Sinn. Also geht sie weiter, die wilde Fahrt.

Wir peilen morgen dann Montpellier an, die Stadt ist halb so groß wie Leipzig, mal sehen, ob sie unseren Bedürfnissen genügt. ;) Das wird ne kurze Runde, vielleicht knapp 100 km.

Samstag Ruhetag.

Sonntag 120 km nach Carpentras.
Montag über den Mont Ventoux (oder lassen wir den weg?) nach Sisteron.
Dienstag geplante 155 km nach Le Bourg d'Oisans. (???)

Mittwoch halber Ruhetag (nur Alpe d'Huez ohne Taschen).

Dann 5 Tage nach Pforzheim, dort 1 Tag Pause und 4 Tage heim nach Leipzig.

Na mal sehen. Der kurzfristige Plan (Montpellier, Montpellier, Carpentras) steht erst mal - bis morgen. Schließlich muss man ja flexibel bleiben. :)

Kai

Pamiers bis Narbonne - ein 130km Arbeitstag

Heute war der letzte Shift vor unserem ersten Ruhetag und es war kein leichter.
Kai hat in unserem vorherigen Post bereits die Windverhältnisse angekündigt. Heute haben wir 25km/h Wind von vorn in jedem der 130km schmerzlich gespürt. Spaß ist anders.
Die Route führte uns heute über Orte, wie Montréal, die malerisch auf einem kleinen Hügel mitten in der Landschaft liegen oder durch das ansehnliche Carcassonne. Doch der erbarmungslose Wind von vorn lässt den Schmerz in den Beinen zur Haupt- und die schönsten Weinberge und die leicht geschwungenen Alleen zur Nebensache werden.

Wir wussten schon seit Pamiers, dass wir das Hotel Residence in Narbonne als Bleibe für zwei Nächte aufsuchen wollen. Der erste Eindruck war sehr gut, die Lage ist auch topp nur eben leider nur für eine Nacht.
Am Ortseingang stand ein Schild: Narbonne - Stadt des Internets 2011. Hier die harten Fakten dazu: Unser Zimmer befindet sich fast neben der Rezeption und wir mussten das iPhone trotzdem fast zur Zimmertür raushalten um das Wifi-Netz angezeigt zu bekommen. Jetzt sitze ich auf meinem Bett am Fenster und habe 33% Signalstärke. Dazu gibt es kein Eurosport. Dünne. Wofür bekommt man hier eigentlich 3 Sterne ans Hotel?

Das Hotel müssen wir morgen wieder verlassen. Jetzt stellt sich die Frage ob wir uns in Narbonne ein neues suchen oder morgen nochmal fahren und später ruhen? Mal sehen.

Marcus

Mittwoch, 18. Mai 2011

Pamiers

Wie schon 18 Uhr berichtet, haben wir auf den Ruhetag am Donnerstag verzichtet. Morgen wollen wir nach Narbonne, dort gibt es dann einen Waschtag oder wozu auch immer man Lust hat (Großglockner-Bergankunft gucken zum Beispiel) am Freitag.

Dazu haben wir Toulouse gestrichen und sind nach 65 schönen, flachen Kilometern mit nicht störendem Wind in die Hügel abgebogen. Dort haben wir dann 3x 20 km hoch&runter genossen und uns gehörig die Laune verdorben. Was davon noch übrig war, hat dann der Gegenwind (25 km/h aus Ost) weggeblasen. Und on top gab es im geplanten Zielort Saverdun nach 125 km kein Hotel. Also haben wir uns die 15 km unnötigen Umweg nach Pamiers gekämpft, nur um dort zu hören, dass alle Hotels der Stadt ausgebucht sind. Zum Glück haben wir aber doch noch ein schnuckliges Zimmer bekommen.

Hab ich schon erwähnt, dass wir heute endlich erstmals über 30 Grad hatten?
Hab ich schon erwähnt, dass Marcus einen leicht schleichenden Platten hatte und wir 4x pumpen mussten? Hier im Hotel haben wir dann den Schlauch gewechselt.

Es war ne richtig heftige Schinderei. Im Flachen ist noch Kraft, aber nicht bei diesem Wind. Und am Berg ist keine Kraft mehr, da sind wir schon zu viel berghoch gefahren in den letzten Tagen. Tja, nur noch 130 km bis zum Ruhetag. Nur blöd, dass auch morgen wieder 25 km/h Wind aus Ost angesagt ist ...

Zum ersten Mal gebraucht - danke Sandra - und Gruß an die ganze BO

Daten zu Tag 3, 4, 5

Tag 3 nach Argelès-Gazost
128,85 km
5:30:08 h
Schnitt 23,4
941 Höhenmeter

Tag 4 nach Lannemezan
109,76 km
6:00:27 h
Schnitt 18,2
2474 Höhenmeter

Tag 5 nach Pamiers
142,77 km
6:22:03 h
Schnitt 22,4
1168 Höhenmeter

Für das Foyer gilt ebenso: nicht totdekoriert

Auch unsere Hotels sind Abenteur pur

Die Abfahrt vom Aspin - tolle Aussicht aber Lenker festhalten

Auch oben

Oben

Der letzte Teil der Auffahrt zum Col du Tourmalet

Rückschau auf die Pyrenäen

Gestern nahmen wir die ansteigenden Kilometer zum Fuß des Tourmalet schon sehr gespannt in Angriff. Beim Einstieg haben wir dann nochmal alles aufgefüllt. Der Berg ist nicht umsonst Extraklasse und wir bekamen dann zu spüren, was 18,6 km mit über 7 % im Schnitt bedeutet.

Dennoch habe ich für euch eine kleine Videobotschaft vom Tourmalet. Ich hoffe, der Link geht, sonst werde ich ihn als Kommentar noch anhängen. Falls ich darin etwas viel StUSS daherreden sollte, seht es mir bitte nach, ich hatte absolut keinen Sauerstoff mehr im Gehirn.

Die gute Nachricht ist, es gab ein Happy End und Marcus war gar nicht so weit vorn, vielleicht 5 Minuten. Nach der Abfahrt, die wir wie versprochen sehr vorsichtig genommen haben, konnte ich Marcus noch überreden, den Col d'Aspin anzuhängen, den kleinen Bruder vom Tourmalet. Die Profis fahren die beiden auch immer im Doppelpack.

Dort ging es 5 km gemächlich und dann noch 5 km hammerhart, nämlich mit 8 %. Da Marcus Pausen eingelegt hat, konnte ich ihm 3 Minuten im Anstieg einschenken, und dann noch mal 3 Minuten in der Abfahrt. Es werden wohl meine einzigen Erfolgserlebnisse gegen ihn bleiben.

Wie geplant sind wir dann nach Lannemezan gerollt, das ging erstaunlich flüssig. Aber jeder Anstieg tut sauweh. Wir konnten dann ein Hotel ergattern, das einen starken Eindruck eines Rotlichtetablissements vermittelte, aber auch das konnten wir leicht hinnehmen.

Ein erfolgreicher Tag - das erste große Highlight ist geschafft. Es können ruhig noch ein paar folgen, wenn Beine und Material mitmachen.

Zwischenstopp Pamiers

Wir hatten uns entschieden, Toulouse links liegen zu lassen und in 2 Tagen nach Narbonne zu düsen. Deshalb sind wir nun in Pamiers untergekommen.

Die erste Hälfte heute war top, die zweite zum Vergessen. Was glaubt ihr, welcher Eindruck grad noch überwiegt?

Später mehr, von gestern und von heute.

Kai

Dienstag, 17. Mai 2011

grüsse von Kai und Marcus

Kerstin schreibt heute mal für die zwei Abegeschotteten(ohne Internet)

heute ging es über den Tourmalet und zusätzlich noch haben sie den Austin bezwungen.
Leider hab ich den Ort vergessen wo sie heute nächtigen.Sie sind aber gut angekommen und stärken sich für die nächste Strecke.
Gutes Gelingen und starke Beine.

Lg Kerstin

Montag, 16. Mai 2011

Profil Tourmalet

Artix - erste Rast des Tages an einer verlassenen Tanke. Schatten, Wasser, Fertig-Sandwich, Banane und weiter.

Argelès Gazost - zu Füßen des Col du Tourmalet

Kai sitzt auf der Terasse unseres 2-Sterne-Hotels, isst Birne, spielt am KaiPhone und überlässt mir das bloggen.
Wir haben heute 128,8 km zurückgelegt und lediglich 940 Höhenmeter geschrubbt. Die fehlenden Steigungen wurden jedoch durch eine steife Briese Gegenwind ersetzt.
Am Morgen war es noch recht schattig. Die Temperaturen stiegen aber auf bis zu 26 Grad unter strahlend blauem Himmel.
Unsere Route führte uns über Orthez, Pau und Lourdes bis Argelès Gazost. Das Bergpanorama der Pyrenäen ist beeindruckend und lässt schon erahnen, was morgen auf uns zukommt.
Äußerst korrekt war auch die Entscheidung nicht in Lourdes zu übernachten. Wir haben beim besten Willen nicht erkannt, was der Knüller an dem Ort ist. Immerhin hat uns der heilige Lidl-Discount nochmal mit Proviant versorgt. Ab Lourdes bis zu unserem Zielort hat der Veranstalter einen ganz feinen Radweg gebaut. Schöne Aussicht, cremiger Asphalt, entschärftes Profil, derart Belohnung hatten wir uns aber auch verdient.

Kai spricht schon den ganzen Nachmittag vom Tourmalet. Morgen spricht der Tourmalet zu uns.

Marcus

Sonntag, 15. Mai 2011

Daten zu Tag 1 und 2

Hier noch die Hard Facts für Freunde der Statistik.
Tag 1
103,13 km
4:35:01 h
Schnitt 22,4
1044 Höhenmeter

Tag 2
118,68 km
4:56:59 h
Schnitt 23,9
1105 Höhenmeter

MiB @ San Sebastian - abgehakt.

Playa de San Sebastian - kann man anbieten.

Kleines und großes Finale der Eishockey-WM ... fällt für uns aus!

Wenn hier in Peyrehorade, Frankreich nicht zufällig ein Schwede eine Kneipe mit 32MBit Leitung hat und den Live-Stream vom Notebook über den Beamer an die Wand schießt, dann sehen wir kein Hockey. Kommentar dazu vom Kai: "Was fährst du auch in so ein *piep* Land." Ich kotz im Strahl ins Essen.

Wenigstens haben wie noch gesehen, wie Alberto Contador aus dem Feld Hackfleisch gemacht hat und den Ätna zum verdienten Etappensieg hochflog.

Achso, Rad gefahren sind wir auch noch. Heute haben wir Spanien verlassen und sind nach 118km planmäßig im Zielort angekommen. Sehr sehenswert unterwegs war San Sebastian. Die Stadt liegt direkt am Atlantik und unmittelbar vor der Innenstadt ist eine schöne Bucht mit einem breiten Sandstrand. Zudem war gerade ein Marathon und wir ruckzuck mittendrin. Durch die Absperrungen und den Trubel haben wir etwas Zeit verloren aber eigentlich nicht der Rede wert. Bis dahin war es sonnig und leicht bewölkt, dann Regen. Spanien ist auch nicht mehr das, was es mal war.
Nach einem längeren und mehreren kürzeren Anstiegen waren die Körner aufgebraucht und wir sind nach 75km bei McDonalds eingekehrt. Für knapp 5 Euro gab es dort vier Cheeseburger, die wieder etwas mehr Zug auf die Kette brachten. Auch, wenn es eine Weile dauerte bis dieser bunte Strauß an Nährstoffen die Beine erreicht hat.
Weiter ging es durch nur noch welliges und nichtmehr bergiges Terrain nach Peyrehorade. Geschafft.
Eingecheckt sind wir im Hotel Central. Sehr freundlicher Empfang, Doppelzimmer mit Frühstück, WiFi und ein herrlicher Blick auf die örtliche Kirche. Leider kein Blick auf die Eishockey-WM. Den dritten Stern kratze ich morgen persönlich von der Fassade.

Naja, wenigsten eine Wanne, in der der Kai sich gerade die Route für morgen auf der Karte anguckt.

Morgen geht es nach Lourdes. Hilfe von oben ist quasi safe.

Buenos Dias Zarautz

Samstag, 14. Mai 2011

Loading-Manager Kai @ Bilbao Airport

Zarautz erreicht

Der Tag verlief in fast jeder Hinsicht perfekt, denn es hat alles wie geplant geklappt. Der Flug war ereignislos, Räder und Taschen trafen heil ein. Der Zusammenbau inklusive Kleiderwechsel verlief prima, 13:15 Uhr waren wir auf der Straße.
Ein bisschen verfahren am Anfang muss ja sein (was nicht sein musste, war der extra Berg mit 19 % Steigung), dann lief es aber besser. Marcus hatte seinen Spaß, ich haderte eher mit den vielen Anstiegen und dem nieseligen Wetter.

Gegen halb 7 haben wir dann ein tolles Hotel gefunden: WLAN und Wanne. :)

Frankfurt ist abgestiegen, ole ole. :)

Marcus auf dem Weg zum Flughafen

Test

Test

Von meinem iPhone gesendet

Freitag, 13. Mai 2011

Der Kai am Vorabend der Tour

Räder und Taschen eingecheckt

Wir waren am Flughafen und haben nun unsere Räder als Sperrgepäck aufgegeben und auch die Taschen in die Obhut von AirBerlin gegeben. Wenn das mal gut geht.

Marcus ist nun endlich richtig nervös. Ich bin aber total ruhig und nehme es, wie es kommt, Fatalismus pur. Vor 2 Jahren war ich schon ziemlich schisserig, jetzt eher entspannt bis gleichgültig.

Halb sechs geht der Flieger, also ist heute mal keine Disko mehr angesagt, sondern zeitige Nachtruhe. Denn Radfans wissen, eine Tour de France wird auch in der Nacht gewonnen.

Donnerstag, 12. Mai 2011

Räder eingepackt

Marcus hat beim Bike Department Ost zwei Pappkartons besorgt und wir haben heute Abend die Räder auseinander geschraubt und in den Kisten verstaut. Tape drum, fertig.
Jetzt noch Taschen packen (Wechselschlüpfer nicht vergessen) und dann bringen wir den Kram morgen Abend zum Flughafen.

Da können wir am Samstag noch ne halbe Stunde länger schlafen ... :)

Sonntag, 8. Mai 2011

Wettervorhersage

Und hier noch die Wettervorhersage für die ersten fünf Tage.
Solche Langzeitprognosen sind natürlich unhaltbar, deshalb mache ich mir ja auch den Spaß.

14. Mai Bilbao 22°, leichter Regen
15. Mai San Sebastian 18°, sonnig
16. Mai Pau 21°, sonnig
17. Mai Col du Tourmalet 11°, wolkig
18. Mai Toulouse 24°, sonnig

Vorbereitung abgeschlossen

Mit einer schnuckligen 54-km-Runde ging heute meine Vorbereitung auf die große Tour zu Ende. Ich komme somit auf 1335 km in der Vorbereitung, 2009 waren es noch etwa 100 km weniger gewesen, es ging da aber auch 2 Wochen früher los.

Nach dem Trainingslager im Erzgebirge konnte ich einen spürbaren Formanstieg verzeichnen, bin recht schnell unterwegs, aber ob die lange Ausdauer auch reichen wird, ist ungewiss. Die Beine sind jedenfalls bereit, den Kampf aufzunehmen.

Für alle Fans, wir fliegen am Samstag von 5:30 Uhr (ja, früh) bis 7:55 Uhr nach Mallorca und von 9:55 Uhr bis 11:20 Uhr nach Bilbao. Dort angekommen werden dann die Räder zusammengeschraubt, sodass wir wahrscheinlich gegen 12:30 Uhr auf der Straße sein werden. Spätestens 16 Uhr sollten wir den Atlantik in Augenschein nehmen können. Wenn alles gut geht, fahren wir vielleicht am 19. dann zum Mittelmeer und verbingen dort unseren ersten Ruhetag.

Der Blog wird alle auf dem Laufenden halten. :)

Samstag, 7. Mai 2011

Vorräte

In Vorbereitung auf die lange Reise werden in der Wohnung Vorräte angelegt von allen Dingen, die zu schwer sind, als dass Kerstin, die nun ihren 6. Schwangerschaftsmonat erreicht hat, sie in die Wohnung tragen wollte (dürfte).

Als kleines Beispiel sei der Vorrat an Hundefutter demonstriert.

Sonntag, 1. Mai 2011

Streckenplan wird verfeinert

Inzwischen steht ein genauerer Streckenplan für alle Fans zur Verfügung.

14.05.2011 100 km Bilbao - Zarautz
15.05.2011 110 km Zarautz - Peyrehorade (via San Sebastian, Bayonne)

16.05.2011 110
km Peyrehorade - Lourdes (via Orthez, Pau)
17.05.2011 100
km Lourdes - Lannemezan (via Col du Tourmalet)
18.05.2011 115
km Lannemezan - Toulouse
19.05.2011 Toulouse
20.05.2011 150
km Toulouse - Narbonne (via Carcassonne)
21.05.2011 95
km Narbonne - Montpellier (via Beziers)
22.05.2011 120
km Montpellier - Carpentras (via Nimes, Avignon)

23.05.2011 130
km Carpentras - Sisteron (via Mont Ventoux)
24.05.2011 155
km Sisteron - Le Bourg-d'Oisans (via Gap)
25.05.2011 30
km Alpe d'Huez
26.05.2011 120
km Le Bourg-d'Oisans - Aix-les-Bains (via Grenoble, Chambery)
27.05.2011 135
km Aix-les-Bains - Lausanne (via Annecy, Genf)
28.05.2011 115
km Lausanne - Solothurn (via Biel)
29.05.2011 140
km Solothurn - Wyhl am Kaiserstuhl (via Basel, Freiburg)

30.05.2011 140
km Wyhl am Kaiserstuhl - Pforzheim (via Lahr, Offenburg)
31.05.2011 Pforzheim
01.06.2011 135
km Pforzheim - Tauberbischofsheim
02.06.2011 110
km Tauberbischofsheim - Bad Königshofen (via Würzburg, Schweinfurt)
03.06.2011 110
km Bad Königshofen - Erfurt (via Suhl)
04.06.2011 125
km Erfurt - Leipzi