Mittwoch, 25. Mai 2011

Ruhetag

Nach dieser epischen Etappe gestern hatten wir uns für den Ruhetag also vorgenommen, einfach nur Alpe d'Huez zu fahren, ohne Taschen natürlich. Die Strapazen der letzten beiden (oder drei) Tage steckten aber noch in den müden Knochen.

Nach dem spärlichen Frühstück im Hotel Le Terminus machten wir uns auf den Weg und hatten endlich auch mal keine Schwierigkeiten, die richtige Strecke zu finden. Nach 2 km Einrollen ging's los, 14,4 km Alpe d'Huez.

Das Profil ist ja sicherlich jedem bekannt, dennoch will ich es hier noch einmal abbilden.

Profil Alpe d'Huez


Wie man sieht, geht das am Anfang gleich mit ner richtig steilen Kante los. Marcus ist mir da auch gleich um die Ohren gefahren. Nach etwa 2-3 km dann Stau, Baustelle mit Ampel. Ich hatte Glück und konnte dort an 7 wartenden Autos vorbei und zu 10 Radfahrern aufschließen und grad als ich ankam, bekamen wir grün und ich konnte gleich durchziehen. Die Hälfte zog an mir vorbei, ein paar blieben aber auch hinter mir. Zu meiner Überraschung war ich aber nicht die lahmste Ente im Teich.

Im Gegenteil, ich konnte sogar den einen oder anderen wieder zurückholen und kurbelte ganz flüssige 12 km/h bei 7 % Steigung.

An jeder der 21 Kehren stehen Sieger von Alpe d'Huez, u.a. Lance Armstrong


Als ich dann gesehen habe, dass auch Marcus nicht so richtig wegkommt, hab ich angefangen, meinen Abstand zu ihm zu stoppen. Das wurde immer weniger und motivierte mich selbstredend, immer noch ne kleine Schippe draufzupacken.

Als ich ihn nach 6 km erreichte, hat er mich gleich durchgewunken, da war also nix mit Durchschnaufen.

Danach war dann erstmal Zeit für einen kleinen Gruß vom Anstieg nach Alpe d'Huez.

Es waren wirklich viele Autos unterwegs, unter anderem auch Lkws, die die Baustellen bedienten.

Oben raus gehts zwar nicht mehr so steil, aber die Länge macht sich dann doch bemerkbar und ich fuhr mit 10 km/h bis in den Ort Alpe d'Huez, dann sind es aber noch 2 km bis zum TDF-Etappenziel und die sind eher gemächlich. Also kommst du oben nicht total im Eimer an und hässlich ist es noch dazu. Außerdem ist der Zielpunkt völlig wirkürlich, die Ankunft für mich also eine Enttäuschung.

Immerhin habe ich mich in der ewigen Bestenliste nun auch eintragen können. Meine 75 Minuten reichen aber wahrscheinlich nur für Platz 326.402.

Auf der Abfahrt war noch Zeit für Fotos. 


Blick auf Le Bourg d'Oisans


Zurück im Hotel war dann erstmal großer Waschtag, erst wir dann die Radsachen. Vielleicht riechen wir dann mal einen Tag lang wie ein Blumenbeet in der Toskana ... (und nicht wie ein Handschuh, an den man 50 Stunden lang Schweiß abgewischt hat.)

In Le Bourg haben wir dann noch Lasage mit marokkanischen Gewürzen genossen, dann noch ein paar Vorräte für den Abend eingekauft.

Marcus hat sich zielsicher den Kinderplatz ausgesucht

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen